Bach zum Mitsingen
von Cordula Lange, 12. Januar 2012
Wie schon in vergangenen Jahren, so startete auch in diesem Herbst ein Chorprojekt unter der Leitung des Bautzener Kirchenmusikdirektors Matthias Pfund. Einstudiert wurden die Kantaten vier bis sechs des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach. Dazu trafen sich der Chor der Kirchgemeinde Sankt Petri sowie interessierte Sänger, darunter auch einige Schüler des Musikkurses Klasse 12 unserer Schule – des Philipp-Melanchthon-Gymnasiums, an dem ich lerne.
Ab Ende August wurde an fünfzehn Donnerstagen oder Sonnabenden als Projektchor geübt. Dort wurden die anspruchsvollen Choräle und Chöre einstudiert, falsche Töne berichtigt, Einsätze geprobt und Textstellen wiederholt. Manchmal übten die einzelnen Stimmgruppen getrennt voneinander, doch meist musizierten alle gemeinsam. Begleitet wurde der Chor stets von der geduldigen Pianistin Sabine Wiatr, die den Chor unermüdlich unterstützte, selbst wenn dieser die Töne auch bei der fünften Wiederholung nicht traf. Doch trotz der Anstrengung, fehlte nie der Spaß. Der Dirigent Matthias Pfund verstand es, den Chor mit unterhaltsamen Anekdoten aufzumuntern. Und am Ende der Probe überwog meist der Stolz, die Töne doch noch getroffen zu haben und die Vorfreude auf die nächste Probe und die Konzerte.
In der letzten Probephase gesellten sich der Terzettenchor der Kreismusikschule Bautzen, sowie das Orchester der Musikschule und das Ostsächsische Kammerorchester zum Projektchor und machten den Klang perfekt. Hinzu kamen die Solisten, die die Arien und Rezitative vortrugen. Die Besetzung war also eine bunte Mischung von jung und alt, erfahrenen Musikern und Laien. Dies tat der Musik jedoch keinen Abbruch. Kraftvolle Rezitative, ausgeschmückte Arien und hoffnungsvolle Choräle wechselten sich ab und wurden nicht nur von den Zuhörern in der Maria-und-Martha-Kirche bewundert. Auch die Mitwirkenden, die das Werk mit allen Musikern auch erst zu den Konzerten hörten, waren begeistert. Die beiden Aufführungen des Weihnachtsoratoriums am 16. und 18. Dezember wurden so für alle zu einem besonderen Erlebnis. So wird es auch im nächsten Jahr eine Wiederholung des Chorprojektes mit dem Ersten Teil des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach geben, für das wieder Musikinteressierte gesucht werden.
Cordula Lange
12. Klasse, Philipp-Melanchthon-Gymnasium, Bautzen
Chorreise nach Polen
von Anne Herrmann, 1. August 2011
„Jauchzet! Lobet!“ Mit diesem schwungvollen Bach-Satz begann das Konzert-Programm einer 4-tägigen Chorreise Anfang Juli ins niederschlesische Polen. Mehr als 30 Sängerinnen und Sänger der beiden Chöre unserer Gemeinde und weitere Gemeindemitglieder waren unter Leitung von Pfarrerin Claudia Scharrschmidt und KMD Matthias Pfund gemeinsam unterwegs. Es wurden bereichernde, gelungene Tage angefüllt mit Musik, Erleben von Kultur und Geschichte, mit wertvollen Begegnungen untereinander und mit der Partnergemeinde.
Auftakt der Reise war ein Konzert in der evangelischen Kirche „Zur Vorsehung Gottes“ in Breslau [Wroclaw]. Die evangelischen Gemeinden in Polen sind so klein, dass uns dankbar bewusst wurde wie gut die meisten kirchenmusikalischen Veranstaltungen bei uns besucht werden.
Nächste Station war Oppeln [Opole]. Von da aus ging es am Sonntagmorgen zusammen mit Pfarrer Niemecz zum Gottesdienst nach Brieg [Brzeg]. Von der dortigen Gemeinde wurden wir zum Kirchenkaffee herzlich eingeladen. Am Nachmittag fand in unserer Partnergemeinde ein Festgottesdienst zum Gedenken an den Jahrestag vom Hochwasser 1997 statt, welchen wir mitgestalten konnten. Im Gottesdienst und beim anschließenden Gemeindefest kam immer wieder die Freude, Dankbarkeit und Notwendigkeit über jede gegenseitige Unterstützung – auch die aus Bautzen – zum Ausdruck. Es ist toll zu erleben, mit welcher herzlichen Gastfreundschaft wir hier willkommen sind. Den herrlichen Sommerabend im Pfarrgarten beim gemeinsamen Grillen, miteinander Singen und Reden zu verbringen war ein besonders wertvolles und verbindendes Erlebnis.
Am nächsten Tag gab es zwei Höhepunkte: Eine sehr informative Führung durch die heutige Jugendbegegnungsstätte Kreisau [Krzyzowa], ehemals geheimer Treffpunkt des „Kreisauer Kreises“ im Gutshof der Familie von Moltke. Später sangen wir in der beeindruckenden barocken Holzkirche, der Friedenskirche von Schweidnitz [Swidnica], unser Konzert.
Am letzten Tag war noch einmal Gelegenheit, die wunderschöne Altstadt von Breslau in Ruhe zu genießen.
Zum Abschluss besuchten wir dort den alten, lange vergessenen Jüdischen Friedhof. Als ich die schattigen Wege entlang ging klang in mir die Musik vom letzten Stück unseres Programms: „Verleih und Frieden gnädiglich, Herr Gott zu unsern Zeiten“.
Anne Herrmann
Chorreise Rumänien
von Cornelia Müller, 18. August 2009
Siebenbürgen – der Name des Hochlandes im Karpatenbogen leitet sich her von den vielen Burgen, die Ritter und Bauern von Rhein und Mosel vom 12. Jahrhundert an erbauten. Dorthin sollte unsere Reise dieses Mal gehen. Am 23. Juli fuhr der St. Petri Chor Bautzen unter Leitung vom KMD Matthias Pfund nach Rumänien. 1400 km lagen vor uns. Nach einer Übernachtung in Ungarn erreichten wir am 24. Juli abends unser Quartier in Seleus (Großallisch). Das ist ein Dorf in der Nähe von Sighisoara (Schäßburg). Hier wurden wir in einem Gästehaus der Evangelischen Kirche herzlich aufgenommen und von dem dortigen Hausvater für die Zeit unseres Aufenthaltes wunderbar betreut. Keiner konnte sich dem Charme und der köstlichen Küche entziehen. Das Gästehaus war Ausgangspunkt und Ruhepol für die kommenden Tage, die mit intensiven Erlebnissen und Eindrücken auf uns warteten: Als da waren 2 Gottesdienste, die der Chor ausgestaltete; 3 Konzerte in Medias (Mediasch), Biertan (Bierthälm) und in der Bergkirche von Sighisoara. Das Konzertprogramm umfaßte Stücke von J. S. Bach, P. Eben, J. Pachelbel, G. F. Händel, H. Schütz u. a. Für die Ausgestaltung der Konzerte wurde noch auf abenteuerliche Weise ein Truhenorgel hin und her transportiert. Neben diesem „Pflichtprogramm“ konnten wir auf mittelalterlichen Spuren wandeln. Kirchenburgen sind das Markenzeichen und der Namensgeber Siebenbürgens. Nicht sieben, sondern über 200 waren es einst. Sie wurden zum Schutz gegen angreifende Türken und Tataren gebaut. So boten sie sämtlichen Dorfbewohnern Platz und waren mit allem Lebensnotwendigen ausgerüstet. Heute sind viele verfallen, manche gut erhalten und restauriert. In einer der schönsten, der in Biertan durften wir ein Konzert singen. Die Städte Sibiu (Hermannstadt, 2007 Kulturhauptstadt), Medias (Mediasch), Brasov (Kronstadt) und Sighisoara faszinierten uns gleichermaßen und erinnerten oft an ein Märchen. Neben all diesen Dingen lernten wir interessante Menschen kennen, waren zu Gast auf der Kirchenburg Apold (Trappold), wo gerade die Kirche einschließlich Orgel mit viel Mühe restauriert wird.
Wir machten Erfahrungen mit bettelnden Zigeunern, mit Pferdefuhrwerken neben dem Autoverkehr, streunenden Hunden und den rumänischen „Verkehrsregeln“. So ließe sich noch viel erzählen.
Aber irgendwann geht auch die schönste Reise einmal zu Ende. Wir danken allen, die im Vorfeld die Reise geplant und organisiert haben und auch den Menschen, die uns vor Ort betreuten, insbesondere Theo Halmen, Kantor der Evangelischen Kirche in Sighisoara.
Cornelia Müller
Mitglied St. Petri Chor
Konzertreise des St. Petri-Chor nach Opole
von Cornelia Müller, 1. Juni 2008
Zwischen Bautzen und Opole (Oppeln) liegen zwar 285 Kilometer, es trennen uns eine offene Grenze und verschiedene Sprachen, und doch ist ein Besuch in der Partnergemeinde in Opole ein bißchen wie nach Hause kommen. So erging es auch dem St. Petri Chor, der unter der Leitung von KMD Matthias Pfund zum wiederholten Male in der Partnergemeinde weilte. Der Anlaß waren zwei Konzerte und die Ausgestaltung eines Gottesdienstes.
Der Chor wurde sehr herzlich von Pfarrer M. Niemec und Mitgliedern der evangelischen Gemeinde empfangen und in den drei Tagen sehr gut verpflegt und untergebracht.
Es war eine sehr intensive Zeit, die ausgefüllt war mit Proben, Konzerten, einem Ausflug zum Schloß Brzeg (Brieg), einem gemeinsamen Grillabend mit der Partnergemeinde, Gottesdienst u. v. m.
Ein Konzert wurde in der Petrus-Paulus-Kirche in Opole gesungen und das zweite Konzert fand in der Kirche in Osiny statt. Diese Kirche wurde vor 70 Jahren geweiht. Aus diesem Anlaß fand am Vormittag ein Festgottesdienst statt und am Nachmittag gaben wir ein Konzert. Da der Chor von Solisten und einem kleinen Orchester begleitet wurde, war es für alle ein eindrückliches Erlebnis. Es kamen unter anderen die Bachkantate BWV 98 „Was Gott tut, das ist wohlgetan“, eine Motette von Samuel Scheidt und die Choralkantate „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ von Johann Pachelbel zur Aufführung.
Selbst wenn die eigenen Sprachkenntnisse in Polnisch sehr bruchstückhaft sind (was man von den polnischen Freunden nicht sagen kann, sie beherrschen die deutsche Sprache fast perfekt!), so sollte doch die eine Strophe des Bachsatzes „Nun danket alle Gott“ in polnisch ein kleiner Brückenschlag zu unserer Partnergemeinde sein:
3. Niech bedzie chwala, czesc / i Ojcu, i Synowy, / i hold równemu Im / Swietemu tez Duchowi! / Jedyny w Trójcy Bóg / jak od poczatku trwa, / tak jest i bedzie On / - czesc wieczna niechaj ma!
3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, / dem Vater und dem Sohne / und Gott dem Heilgen Geist / im höchsten Himmelsthrone, / ihm, dem dreiein'gen Gott, / wie es im Anfang war / und ist und bleiben wird / so jetzt und immerdar.
Cornelia Müller
Mitglied St. Petri Chor
Passionskonzert
von Ulrike Heinitz, 18. März 2008
Samstag, 15.März 2008, Maria-und-Martha-Kirche Bautzen
Johann Sebastian Bach
Kantate 159 zum Sonntag Estomihi
Giovanni Battista Pergolesi
Stabat mater
Johann Sebastian Bach
Kantate 182 zum Sonntag Palmarum
„Himmelskönig sei willkommen“
„… Jesu, deine Passion ist mir lauter Freude, deine Wunden, Kron und Hohn meines Herzens Weide; meine Seel auf Rosen geht, wenn ich dran gedenke, in dem Himmel eine Stätt mir deswegen schenke.“
Dieser Choral beendete die Kantate 159 von J.S.Bach und es war ein wunderbarer Trost in dieser Musik zu spüren, die Töne wurden durch das Kirchenschiff getragen und klangen tief in mir nach.
Der größte Programmpunkt war das nun folgende Stabat mater von G.B.Pergolesi, ein bemerkenswertes Werk. Bemerkenswert war vor allem der Vortrag der Solisten, die Sopranistin Grit Wagner und die Altistin Ewa Krzak beeindruckten durch ihre ausgezeichnete und überzeugende Interpretation des Stückes. Ein wirkliches Erlebnis!
Den Abschluss bildete Bachs Kantate Nr. 182 und entließ die Zuhörer mit den Worten des Schlusschores: „… So lasset uns gehen in Salem der Freuden, begleitet den König in Lieben und Leiden. Er gehet voran und öffnet die Bahn.“
Dieses Passionskonzert begleitet uns in die Karwoche und und lässt uns auf Ostern und auf neue musikalische Höhepunkte hoffen.
"Rückblick" – Kirchenmusik bei St. Petri
von Ulrike Heinitz, 8. März 2008
Sehr geehrte Chorsänger und Freunde der Kirchenmusik,
hier ein kleiner Rückblick auf das vergangene kirchenmusikalische Jahr in unserer Gemeinde in Bildern. Die verschiedensten Ereignisse fallen mir da ein, die Proben zum Elias in Ebersbach und Bautzen, das Treffen der Chöre in Chemnitz, das Weihnachtsspiel der Kinder am Heiligabend, Bachkantaten im Gottesdienst und vieles mehr. Vielleicht findet sich der eine oder andere Sänger auf einem der Fotos wieder. Nun freuen wir uns auf ein neues interessantes Programm in diesem Jahr.
Ulrike Heinitz
